Homo Faber Verfilmung: Voyager | Buch vs. Film Analyse

Die Verfilmung: "Voyager" (1991)

Volker Schlöndorffs Film "Homo Faber" (internationaler Titel: "Voyager") mit Sam Shepard und Julie Delpy ist die bekannteste Adaption des Romans. Doch Vorsicht: Der Film weicht in entscheidenden Punkten vom Buch ab. Wer nur den Film schaut, scheitert in der Klausur!

Wichtige Unterschiede: Buch vs. Film

Aspekt Buch (Max Frisch) Film (Schlöndorff)
Erzählperspektive Ich-Erzähler (subjektiv, unzuverlässig). Bericht & Tagebuch. Auktoriale Kamera (objektiver Blick). Keine Innensicht.
Sprache Technischer Jargon ("Statistik"), Parataxe. Visuell geprägt. Wenig technischer Monolog.
Das Ende Offen, aber pessimistisch. Faber hat Magenkrebs ("Sie kommen"). Tod ist sicher. Hoffnungsvoller. Faber sitzt am Flughafen in Athen. Er lebt weiter, geläutert.
Die Charaktere Faber ist unsympathisch, kalt, zynisch. Sabeth ist jung (20). Sam Shepard spielt Faber weicher, sympathischer, als tragischen Helden. Sabeth wirkt reifer.

Kritik und Analyse

Der Film "Voyager" ist ein bildgewaltiges Roadmovie, fängt aber die **innere Zerrissenheit** Fabers nur schwer ein. Im Buch ist der Konflikt ein sprachlicher: Faber versucht, sich mit Worten ("Bericht") zu rechtfertigen. Im Film wird daraus eine Liebesgeschichte vor schöner Kulisse.

Besonders der Schluss ist im Film deutlich versöhnlicher. Im Buch zerbricht Faber an seiner Schuld und seiner Krankheit. Der Film lässt ihn als geläuterten Menschen zurück, was die Tragik des Originals (Ödipus-Mythos!) abschwächt.

Fazit für Schüler

Der Film ist eine gute Ergänzung, um die Atmosphäre (50er Jahre, Reisen) zu verstehen. Er ersetzt aber auf keinen Fall die Lektüre, da die Interpretation der Figuren und das Ende grundlegend anders sind.