Die wichtigsten Symbole im Roman
Max Frisch nutzt zahlreiche Symbole, um Fabers Innenwelt und die zentralen Konflikte darzustellen. Hier finden Sie die wichtigsten Dingsymbole und ihre Deutung.
Der Rasierapparat
Bedeutung: Technik, Zivilisation, Abwehr des Organischen.
Faber rasiert sich ständig ("oft, um nicht wie etwas auszusehen, das wächst"). Das Rasieren ist ein Ritual, um die Natur (den Bartwuchs) unter Kontrolle zu halten. Es symbolisiert seinen verzweifelten Kampf gegen das "Unkontrollierbare" und Lebendige.
Die Schreibmaschine ("Hermes Baby")
Bedeutung: Ordnung, Rationalität, Kommunikation.
Faber nutzt seine Schreibmaschine ("Hermes Baby"), um seine Gedanken zu ordnen. Alles, was getippt ist, wirkt objektiv und kontrollierbar. Wenn er nicht mehr tippen kann (z.B. im Krankenhaus), verliert er die Kontrolle über seine Erzählung – und sein Leben.
Die Kamera / Das Filmen
Bedeutung: Distanz, Konsum, Nicht-Erleben.
Faber filmt alles ("Ich habe nur gefilmt"). Die Kamera schiebt sich zwischen ihn und die Welt. Er erlebt den Moment nicht direkt, sondern nur durch die Linse. Erst durch Sabeth lernt er das "Schauen" ohne Kamera (das unmittelbare Erleben der Schönheit).
Die Hände
Bedeutung: Handeln vs. Empfangen.
Fabers Hände: Zupackend, technisch ("Homo faber"). Er will die Welt formen.
Sabeths Hände: Künstlerisch, empfangend. Sie hält Dinge (Steine, Muscheln) in der Hand, ohne sie verändern zu wollen.
Die Hände symbolisieren die gegensätzlichen Lebensprinzipien: Machen vs. Sein.
Die Schlange
Bedeutung: Tod, Biblische Sünde, Schicksal.
Der Schlangenbiss, der Sabeth tötet (indirekt), ist ein archaisches Symbol. Er verweist auf den Sündenfall (Erkenntnis durch Inzest) und auf den Tod, der in der Natur lauert. Für Faber ist es nur ein "Unfall", für den Leser ein Zeichen des Schicksals.